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Corona: Laufen ja, aber mit Abstand

14. 04. 2020

Die Ergebnisse einer aktuellen Studie helfen u.a. zu verstehen, warum es in der aktuellen Coronakrise richtig ist, Laufveranstaltungen abzusagen.

Laufen und Radfahren wurde in den vergangenen Wochen immer wieder empfohlen – zur Stärkung des Immunsystems und auch zum Stress- und Emotionsabbau in Zeiten von Homeoffice, Kontaktsperren und häuslicher Enge. Tatsächlich sind Parks zunehmend dicht bevölkert von Joggern und an den sonnigen Ostertagen waren zahlreiche Radfahrkolonnen unterwegs. Verordnete Mindestabstände gibt es dabei nicht immer – was durchaus zu Unmut bei anderen Passanten führt. Nun haben sich Aerodynamiker und Ingenieure der Universitäten Leuven (Belgien) und Eindhoven (Niederlande) in einer Studie intensiv damit beschäftigt, was beim gemeinsamen Laufen, beim Überholen oder beim Radfahren im Windschatten passiert bzw. wie sich Tröpfchen in der Atemluft verhalten und wie hoch eine Ansteckungsgefahr mit möglichen Viren ist.

Die Kernaussagen der Studie:

• für Läufer und Radfahrer reicht der empfohlene Mindestabstand von zwei Metern nicht auf, da sie sich schneller in einen ausgeatmete Tröpfchenwolke bewegen, ehe diese den Boden erreicht

• als ideale Mindestabstände gelten:

20 Meter, wenn Menschen mit 20km/h Fahrradfahren

zehn Meter, wenn Menschen schnell joggen

fünf Meter, wenn Menschen schnell gehen

• je schneller die vordere Person sich bewegt, desto weiter fliegen auch die Tröpfchen. Nicht so weit fliegen die Tröpfchen in Richtung von Personen, die seitlich oder diagonal versetzt laufen oder fahren

• der Windschatten eines Fahrradfahrers oder eines Joggers kann ohne weiteres 20 bis 25 Meter lang sein

• es ist ein großer Unterschied jemanden zu überholen und sich nur kurz im Windschatten aufzuhalten oder sich vier Stunden bei einem Lauf oder einer Fahrradtour im Windschatten einer anderen Person zu befinden.

• allein draußen Fahrrad zu fahren oder zu joggen ist gut, aber auf gar keinen Fall in großen Gruppen. Beim Überholen nicht sehr lange im Windschatten bleiben

 

Ein umfassendes und aufschlussreiches Interview zu dem Thema mit dem Leiter der Studie, Bert Blocken, Professor für Gebäudephysik und Aerodynamik, hat der Deutschlandfunk geführt und findet Ihr hier.

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Corona: Laufen ja, aber mit Abstand

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