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Info-Texte

Sind alte Bestzeiten zu knacken?

 

Die Zeichen stehen auf Angriff. Ich will es noch mal wissen! Doch schaffe ich es noch einmal, an meine alte 10-Kilometer-Zeit heranzukommen, den Halbmarathon so schnell zu laufen wie vor vier Jahren oder mich beim Marathon zu verbessern? Was muss und kann ich tun?

 

Bestzeiten vergilben, der Blick auf einmal gelaufene 10-Kilometer-Zeiten wird zunehmend nostalgischer und von einem Seufzer begleitet: Ach ja, da war ich noch gut! Aber so ist er nun mal - der Lauf des Lebens, der nur in eine Richtung geht. Daher gibt es auch keinen Platz für Versprechungen, die nicht zu halten sind. Ebenso ist ein Trainer kein Zauberer, sondern im besten Fall jemand, der reinen Wein einschenkt: „Okay, lass uns das Machbare versuchen!“

Grundsätzlich: Gute Ausdauerleistungen - wozu ein Marathon gehört - sind lange möglich. Vor allem wenn man durch regelmäßigen Sport gut „vorbelastet“ ist. Wer gesund lebt, sich ausgewogenen ernährt und regelmäßig läuft, kann auch jenseits der 40; 50 oder 60 gute Leistungen bringen. Das haben unzählige Läufer bewiesen - die bislang besten Deutschen in der M55 zum Beispiel mit einer Marathonzeit von 2:48:47h (Frauen) und 2:32:45h (Männer) oder in der M85 die 10km mit 53:11min (Männer) sowie in der M80 mit 56:53min (Frauen). Sicher, das mag durchaus in den Bereich Höchstleistung fallen - aber es zeigt: Alter schützt vor Leistung nicht!

 

Natürlich lassen die Belastbarkeit und Regenerationsfähigkeit nach, die Verletzungsanfälligkeit hingegen nimmt zu. Man erholt sich nicht mehr so schnell wie ein 18-Jähriger. Auch die motorischen Fähigkeiten lassen nach, was vor allem bei intensivem Training wie harten Tempoläufen zu merken ist. Daher ist die Dosis ein entscheidendes Kriterium: So wie man nicht mehr wie früher drei Tage durchfeiern und somit eine durchzechte Nacht mindestens den ganzen Folgetag ruinieren kann, ist auch eine hohe Belastungsdichte nicht sinnvoll. Sich mehr Zeit zur Erholung nehmen und optimal ausgeruht sein Training machen, ist eine „alters“demütige Herangehensweise.

 

Es ist besser, die Stärken des Alters zu nutzen, die ganz klar im Ausdauervermögen liegen: Qualitativ gutes Ausdauertraining ist ein Schlüssel zum Erfolg. Dazu können gute Fahrtspiele gehören, bei denen man sich über einen variablen zeitlichen Umfang mit einer sehr fordernden Intensität belasten kann. Auch Dauerläufe in einer guten Qualität sind ein gutes Trainingsmittel. Dazu gehören auch Tempodauerläufe, die nah an der Wettkampfspezifik sind und Härte sowie den Charakter eines Wettkampfes schulen.

Basis ist generell eine gute Physis. Je mehr Training fürs Training gemacht wird - Dehnung oder Yoga zum Erhalt der Beweglichkeit, Kräftigung und Stabilisation - desto leistungsfähiger, belastbarer und regenerationsfähiger bleibt man.

 

Mit einer guten Ausdauer lässt sich immer ein guter 10-Kilometer-Lauf, ein Halbmarathon und Marathon bestreiten. Zufrieden wird

letztlich der sein, der sich und seine Möglichkeiten realistisch einschätzt, der das für ihn Machbare leistet und der den Lauf des Lebens respektiert.

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